Ein Fest der Kleintierzucht

 

Aidenbach bleibt ein fester Anlaufpunkt für die Rassegeflügelzüchter.

 

Kurz bevor sich die Tore zur Ausstellungshalle öffneten, war sie da, diese berühmte Spannung. Eine Mischung aus nervöser Vorfreude und dem Vakuum, das entsteht, wenn alles fertig ist und nur noch der Startschuss erfolgen muss. Alle Käfige waren besetzt und die Halle reichlich geschmückt. Die bewerteten Tiere – immerhin 573 an gefiederten Vertretern und Fellträgern - waren dank zahlreicher Helfer bestens versorgt. Nicht nur Schaufel und Besen waren oft in Benutzung, sondern auch die Sorge um die Tiere wurde sehr ernst genommen. Unzählige Helferteams gingen die Reihen ab, sorgten für immer frisches Wasser und bestes Körnerfutter.

Die Bewertungskarten waren in Augenhöhe befestigt, der Katalog gedruckt und die Besucher warteten auf die Eröffnung der Schau.

Landrat Franz Maier nahm nicht nur persönlich an den Eröffnungsfeierlichkeiten teil, er zeigte auch großes Interesse an dem für ihn ziemlich unbekannten Themenfeld der Rassegeflügelzucht. Er begrüßte die vielen Zuhörer zur 64. Lokalschau, auch die Kaninchenzüchter vom B669 Aidenbach und die Florentiner und Huhnscheckenzüchter, die ihre Sonderschau angeschlossen hatten. Franz Maier sagte: „Der Erhalt alter und wertvoller Rassen ist ein unschätzbarer Beitrag, unsere Kultur und Tradition zu bewahren. So bleibt erhalten, was ohne eueren Einsatz vielleicht unwiederbringlich verloren wäre. Ihr bewahrt einen Schatz. Dafür möchte ich heute ein großes Vergelt´s Gott sagen. Stellvertretend geht mein Dank an die Vorstandschaft mit Franz Tussetschläger und Sepp Meisinger an der Spitze.“

Weitere Festredner waren Landtagsabgeordneter Walter Taubeneder, der 1. Vorsitzende des Kreisverbandes Isar-Vils, Georg Müller, und der 1. Vorsitzende der Florentiner und Huhnscheckenzüchter, Alfons Ettengruber. Last but not least ergriff der Schirmherr Bürgermeister Karl Obermeier das Wort. Auch er lobte vor allem die einladende und werbewirksame Präsentation der vielen Tauben, Hühner und Kaninchen. Er sagte: „Der Verein ist professionell geführt, sodass man sich zu hundert Prozent darauf verlassen kann“, bevor er die Ausstellung offiziell eröffnete. Ausstellungsleiter Franz Tussetschläger bedankte sich bei allen Rednern für die lobenden Worte. Vor allem aber dankte er dem Landrat Franz Maier für seinen Besuch dieser Schau, er sagte: „Es ist eine große Freude und Ehre für unseren Geflügelzuchtverein.“

 

Den ganzen Tag über waren viele Besucher in der Halle, Vorsitzender Sepp Meisinger begrüßte viele Zuchtfreunde aus Österreich und Tschechien. Die am weitesten gereisten Gäste kamen mit einem Kleinbus aus Bekescaba in Ungarn, 850 km mussten sie fahren, ehe sie Aidenbach erreicht hatten.

Abends folgte wie immer der sehr beliebte Züchterabend. Franz Tussetschläger konnte wiederum viele Ehrengäste begrüßten, unter anderem den stellvertretenden Landrat Klaus Jeggle, den Schirmherrn 1. Bürgermeister Karl Obermeier, sowie den 2. Bürgermeister Robert Grabler aus Aidenbach, den 1. Bürgermeister von Aldersbach Harald Mayrhofer, den Kreisvorsitzenden Georg Müller, den Vorsitzenden vom Geflügelzuchtverein Vilshofen Sepp Röckl, den Vorsitzenden Rudi Plendl vom Rassegeflügelzuchtverein Eichendorf, die Fahnenmutter Frau Angela Meisinger und Ehrenmitglied Michael Bauer. Tussetschläger sagte: „Seit 35 Jahren ist unsere alljährliche Schau verbunden mit der Vorbereitung zum Weihnachtsfest, Ausstellungsstress und Weihnachtsstress gehen ineinander über. Wenn auch viele Schauen nicht mehr die gewünschte Meldezahl der Tiere erreichen, so hat unsere Ausstellung mit 212 Tauben und Hühnern, 91 Kaninchen und 261 Tieren in der Sonderschau ein höheres Ergebnis erreicht, als zu erwarten war und somit kann man positiv in die Zukunft schauen.

Klaus Jeggle überbrachte die Glückwünsche des Landkreises, auch er gratulierte zu einer gelungenen Ausstellung, er lobte die vielen ehrenamtlichen Helfer. Der Verein - 1898 gegründet - kann auf eine reiche Geschichte zurückblicken. Diese 64. Lokalschau mit den angeschlossenen Schauen stellt einen Höhepunkt dar.

Natürlich stand wie immer auch die Auszeichnung und Prämierung der erfolgreichen Züchter auf dem Programm. Als Erstes konnten die Züchter in der Kaninchenschau ihre Preise in Empfang nehmen. Der 1. Vereinsmeister wurde Thomas Baltinger mit der Rasse Rote Neuseeländer, Platz zwei ging an Karl Herrndobler ebenfalls mit Roten Neuseeländern, den dritten Platz errang Klaus Seefried (Kleinsilber schwarz). Nachfolgende Züchter wurden ebenfalls mit hohen Preisen ausgezeichnet: Walter Schober (helle Großsilber), Sabrina Herrndobler (Alaska), Adam Rung (Deutsche Riesen wildgrau). In der Jugendgruppe ist Lucas Seidl mit Burgunder 1. Vereinssieger. Das beste Tier in der Kaninchenschau war ein Roter Neuseeländer von Karl Herrndobler, der mit dem Landesverbandspreis ausgezeichnet wurde. In der Sonderschau waren die großen Sieger, deren Tiere mit der Höchstnote bewertet wurden: Konrad Ettengruber (Huhnschecke blau mit schwarzen Binden), Hans Kühberger (Huhnschecke hellblau mit weißen Binden und Huhnschecke braun), Helmuth Röckl (Huhnschecke braun und blaugehämmert), Klaus Kretschmer (Huhnschecke braun und braunfahl gehämmert), Karl Heinz Göttl (Huhnschecke schwarz), Alfons Ettengruber (Huhnschecke schwarz ), Georg Raig (Huhnschecke gelb), Max Nagl (Huhnschecke rotfahl), Karl Wanninger (Florentiner schwarz und rot), Herbert Rödl (Florentiner gelb), Lorenz Moser (Florentiner blau mit schwarzer Binde), Alfred Käser (Florentiner blau), Rudi Prex sen. (Florentiner rotfahl, gelbfahl und rotfahlgehämmert).

In der Vereinsschau waren die Sieger: Gerhard Wieland (Chabo weiß mit schwarzen Tupfen), Franz Tussetschläger (Moderne Englische Zwerg Kämpfer orangebrüstig und Italienische Mövchen gelbfahl), Josef Riermeier (Zwerg Sussex gelb schwarz columbia), Maximilian Röckl (Malteser weiß), Georg Müller (Norwichkröpfer schwarz-geherzt), Johann Huber (Texaner rotfahl), Alois Dullinger (Carrier gelbgescheckt) und Alois Greineder (King blau dunkelgehämmert).

Die besten Tiere in der Sonderschau beziehungsweise Lokalschau waren eine Huhnschecke von Klaus Kretschmer und eine Kingtaube von Alois Greineder.

 

Zum Schluss bedankte sich Franz Tussetschläger bei allen, die zum Gelingen dieser Schau ihren Beitrag geleistet haben, und das waren zusammen 25 Frauen und Männer, vor allem aber dankte er den 56 Ausstellern für die Bereitstellung ihrer schönen Tiere. Nach der Schau ist vor der Schau, im kommenden Jahr öffnet die 65. Lokalschau mit angeschossener Kaninchenschau am 21. und 22. Dezember ihre Pforten und wird gewiss den hohen Ansprüchen gerecht werden.

 

 

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